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Bist Du Bereit Fuer Sex? Die Checkliste

Ein paar kleine Anmerkungen Vorweg: Dies ist eine Uebersetzung der originalen “Sex Readiness Checklist”. Dort gibt es ein paar Konzepte, die schwer mit einem Wort ins Deutsche zu uebersetzen sind. Deswegen werde ich sie hier vorab erklaeren.

Zum einen habe ich das englische Konzept “consent” mit Zustimmung uebersetzt. Das ist allerdings stark vereinfacht: “Consent” ist unter anderem ein legales Konzept – so gibt es in jedem amerikanischen Staat ein festgelegtes “Age of Consent”, also das Alter ab dem man Geschlechtsverkehr haben darf, bzw in dem man in der Lage sein sollte, sich ueber alle Konsequenzen und Risiken im Klaren zu sein, und mit diesen entsprechend umzugehen. Ist einer der beiden Partner juenger als vorgegeben, kann das Konsequenzen haben. Das funktioniert so, wie deutsche Jugendschutzgesetze. Zudem gibt es fuer Jugendarbeiter und “Sex educators” wie uns Volunteers bei Scarleteen auch die Idee des “consensual sex” , also Sex, den beide Partner wollen. Das Gegenteil davon waere sexueller Missbrauch oder Vergewaltigung. “Consent” ist in diesem Falle nicht nur, dass jemand nicht 'Nein' sagt. Auch ein 'Vielleicht' oder ein stummes ueber-sich-ergehen-lassen ist kein “consent”. Zustimmung ist ein lautes, enthusiastisches 'JA' . Wenn dir nicht nach einem solchen 'Ja' ist, oder dein Partner dir nicht ein solches 'Ja' gibt, oder du dich nicht in der Lage fuehlst ein 'Nein' zu akzeptieren und den Sex zu verschieben, dann bist du wahrscheinlich noch nicht bereit fuer Sex.

Zum anderen sollte ich den Unterschied zwischen “sex” und “gender” erklaeren. Wofuer es im Deutschen nur ein Wort gibt -Geschlecht- gibt es im Englischen gleich zwei, mit leicht unterschiedlichen Bedeutungen. Der “sex” eines Meschen ist rein physicher Natur, also die biologischen Faktoren die unser Geschlecht ausmachen, unsere Chromosome und unsere Geschlechtesteile. Unser “gender”, allerdings, ist sozialer Natur. Es ist die Geschlechterolle die einem Mann oder einer Frau zugeordnet wird, und die Merkmale die damit verbunden werden. Also muessen “sex” und “gender” nicht zwingend uebereinstimmen: ein biologischer Mann kann sich als Frau fuehlen, und andersherum, oder jemand der mit beiden biologischen Geschlechtsmerkmalen geboren wurde kann sich dem einen oder anderen Geschlecht zuordnen, und so weiter.

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Eines der groessten Missverstaendnisse ueber Sex mit einem Partner ist, dass Geschlechtsverkher bedeutet “auf's Ganze” zu gehen, dass es der einzige “richtige” Sex ist, und dass es das Groesste der ganzen Sexualitaet ist ... was sehr schade ist, da es einfach nicht stimmt. Es stimmt auch nicht, das heterosexueller Geschlechtsverkehr die einzige sexuelle Aktivitaet ist, die potentielle physische oder psychische Risiken birgt.

Dieses Missverstaendniss hat zu jeder Menge Konfusion und Enttaeuschung beigetragen fuer viele, die zum ersten Mal Geschlechtsverkehr haben und sich fragen, wo das Feuerwerk und die Fanfaren sind, und warum es nicht alle Erwartungen erfuellt. Auch wenn es nicht um heterosexuellen Geschlechtsverkehr geht, so wird doch oft jegliche Form von Sex, bei der sich die Genitalien beruehren als “die naechste Stufe” gesehen, obwohl es in vielen Beziehungen oder fuer viele Menschen vielleicht gar keine “naechste” oder “hoehere” Stufe gibt, vor allem wenn eine oder beide der betreffenden Personen sich noch nicht so weit fuehlen. Es kann ein ziemlicher Schock sein, einen bestimmten sexuellen Akt als risikofrei eingestuft zu haben, nur um dann heraus zu finden, dass man eine sexuell uebertragbare Krankheit hat, oder ein bischen seelisch mitgenommen ist von etwas von dem man dachte, dass es mit Gefuehlen nichts zu tun hat. Ausserdem kann ein Teil des Hype ueber Geschlechtserkehr als DER Sex auch damit zu tun haben, dass dort oft die meisten Risiken eingegangen werden.

Damit Sex, egal welcher Art, bedeutend und befriedigend sein kann, und so gut wie es nur geht, ist es wichtig, moegliche Risiken -gewollte wie ungewollte- zu antizipieren, zu erkennen und zu handhaben.

Wenn du ueberlegst, irgendeine Art von Sex zu haben -sei es Oral Sex, Geschlechtsverkehr, Anal Sex, oder Petting- gibt es jede Menge Dinge, die du und dein Partner wissen solltest und um die ihr euch Gedanken machen solltet (vor allem beim Geschlechtserkehr, der auch ein Schwangerschaftsrisiko birgt). Sex ist immer dann am besten, wenn alle Beteiligten es wirklich wollen und gut vorbereitet sind. Also, mach' eine Bestandsaufnahme und finde heraus, wie weit du bist, und ob deine Einschaetzungen realistisch sind!

A Reality Check Quickie – Bist du wirlich bereit? Ein kleines Quiz

Geschlechtsverkehr und andere Arten von Sex mit einem Partner werden euch wahrscheinlich NICHT:

  • Garantieren, dass eure Beziehung intimer wird oder laenger anhaelt.
  • Zum Orgasmus bringen oder total weltbewegend und befriediegend sein.
  • Gleich beim ersten Mal vom Hocker hauen oder furchtbar schlecht sein.
  • Mehr Ansehen bei deinen Freunden oder deinem Partner bringen.
  • Reifer oder erwachsener machen; aus dir einen 'richtigen' Mann oder eine 'richtige' Frau machen.

Es gibt sehr viele Dinge, die man in Betracht ziehen sollte, wenn es um die Entscheidung geht, ob es der richtige Moment fuer dich und deinen Partner ist, zum ersten Mal Geschlechtsverkehr zu haben. Hier sind eineige der grundsaetzlichen Fragen, die ihr euch stellen solltet.

Warum Will Ich Das Tun?

Wenn einer von euch es deswegen tun will, weil er denkt, er muss, oder weil er von dem anderen unter Druck gesetzt wird, weil er von Freunden beeinflusst wird, oder weil es Probleme in der Beziehung gibt, von denen ihr denkt, dass Sex sie loesen kann, dann solltet ihr erst mal gut nachdenken. Man sollte nur dann miteinander Sex haben, wenn beide es wirklich wollen, und nicht nur um den anderen gluecklich zu machen (oder damit er aufhoert zu meckern). Du solltest ebenfalls eine Denkpause einlegen, wenn du ueber Sex wie im Fernsehen oder im Kino fantasierst. Kannst du dich noch an Tom & Jerry Cartoons erinnern, wo Tom gegen eine Wand rannte und nichts passierte, und du ganz genau wusstest, dass das im wirklichen Leben ganz anders ist? Mit Sex im Fernsehen und Kino ist es ganz aehnlich; vieles ist nicht so wie es aussieht.

Wenn du jedoch mit deinem Partner schon lange genug zusammen bist (was immer das fuer euch bedeutet) um ernsthaft ueber Sex nachzudenken, und ihr euch gut dabei fuehlt, und wenn ihr beide ein starkes Verlangen danach habt, und auch schon ein wenig Erfarhung gesamment habt (Masturbation, Kuessen, etc); wenn du glaubst, dass du dir selbst und deinem Partner mit Grenzen vertrauen kannst; wenn ihr daran interssiert seid, eure sexuelle Beziehung verantwortungsbewusst und vorsichtig zu erkunden, eure Intimitaet zu vertiefen und euch sexuell zu entdecken ohne ein bestimmtes Resultat -positiv oder negativ- zu erwarten, und ihr seid realistisch eingestellt, dann lest weiter!

Fuer Wen Will Ich Das Tun?

Wenn du es sowohl fuer dich wie auch fuer deinen Partner tun willst – fantastisch! Aber wenn es ueberwiegend fuer jemand anderen ist und nicht fuer dich -oder NUR fuer dich-, dann hoer' hier auf. Andere Menschen, genau wie du auch, haben Haende und Finger. Sie wissen, wie man sich selbst befriedigt, und haben das schon lange bevor sie dich kannten gewusst. Bei Sex mit einer anderen Person sollte es nicht nur darum gehen, sich selbst zu befriedigen. Dafuer gibt's ja Masturbation. Wenn deine Freunde sagen, du sollst es tun, ohne deine Beziehung oder deine Beduefnisse zu kennen, dann sind es schlechte Freunde. Viele Freunde, die andere zum Sex draengen wollen, tun es deswegen, weil sie mit ihren eigenen Entscheidungen nicht gluecklich sind und sie verstecken sich dahinter, Sex zu befuerworten, damit sie sich selbst besser fuehlen. Sag' ihnen, dass sie sich um ihre eigenen Probleme kuemmern sollen, statt sie an dich weiter zu geben.

Was Erwarte Ich Von Sex?

Es ist eine gute Idee, deine Erwartungen zu ueberdenken und mal zu ueberlegen, wie nahe sie an der Realitaet sind. Sprich mit einem Freund oder einer Freundin, die schon Geschlechtsverkehr hatten und ehrlich zu dir sind (oder aelteren Geschwistern oder Verwandten) ueber deine Erwartungen und lass dir von ihren Erfahrungen erzaehlen. Sammel' ein paar verschiedene Perspektiven: die sexuellen Erfahrungen einer Person koennen sich stark von der einer anderen unterscheiden.

Die Wahrheit ist das, wenn du eine lange Wunschliste von Erwartungen hast, ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass sie alle erfuellt werden. Sex entspricht sehr oft nicht unseren Erwartungen), egal ob die Realitaet besser, schlechter, oder einfach nur anders ist. Of ist es so: -bei sexuellen Dingen, wie bei allem anderen- je weniger wir erwarten, desto mehr erhalten wir. Geschlechtsverkehr und anderer Sex ist kein Wundermittel und es ist nicht immer ein Feuerwerk der Gefuehle: es kann eine wunderbare, natuerlich Bestaetigung von Intimitaet sein, und es kann eine tolle physische und psyschiche Erfahrung sein, solange man es fuer das nimmt, was es ist, ohne es zu romantisieren oder sich etwas darunter vorzustellen, was es nicht ist. Sex mit einer anderen Person ist haeufig ein Spiegel der Beziehung: Wenn die Beziehung lausig ist, ist es nicht wahrscheinlich, dass der Sex besser ist, oder die Beziehung verbessert.

Einige Studien zeigen, dass gute 30% der Leute nie wieder mit ihrem ersten Sexpartner schlafen (wobei es hier nur um Geschlechtsverkehr geht). Nur ungefaehr 25% der Frauen berichten, dass ihnen ihr erster Sex gefallen hat, und weniger als 8% berichten, dass sie einen Orgasmus hatten. Diese Enttaeuschungen sind zurueck zu fuehren auf mangelnde Vorbereitung, darauf, dass man sich mit den wesentlichen Grundlagen nicht auskennt, darauf, dass sich ein Partner nicht wirklich auf den anderen einlaesst, und im Allgemeinen, auf unrealistische Erwartungen: Mit anderen Worten, es hat nichts damit zu tun, dass einer oder beide etwas total falsch machten sondern damit, dass die Erwartungen zu hoch sind. Die Idee in unserer Kultur, dass der erste Sex der Beste ist, ist fast immer falsch: Sex ist eines dieser Dinge, die mit der Zeit besser werden; die sich mit Zeit und Erfahrung verbessern, statt fantastisch anzufangen und dann so zu bleiben oder schlecht oder langweilig zu werden.

Bin Ich Wirklich Darauf Vorbereitet Mit Allen Aspekten Von Sex Umzugehen?

Es gibt viel zu beachten; wahrscheinlich mehr als du denkst. Hier ist eine Liste der Dinge, die wir als die grundlegenden Voraussetzungen ansehen, im materialistischen, physischen, emotionalen und zwischenmenschlichen Sinne, um Sex mit einem Partner zu haben der Spass macht, befriediegend ist und emotional vernuenftig ist.

Die Checkliste:

In der Beziehung:

  • Ich kann Grenzen setzen (“Nein” sagen, wenn ich das will, so wie “Ja”) und ich kann meinem Partner vertrauen diese zu respektieren, und tue das auch. Mein Partner kann das selbe sagen, und kann mir mit seinen Grenzen vertrauen.
  • Ich denke, dass ich entscheiden kann, was ich fuer mich selbst will, und das ich es von dem trennen kann, was mein Partner, Freunde oder Familie wollen.
  • Sex jeglicher Art ist voellig freiwillig: es ist kein Muss, und es fuehlt sich auch nicht so an.
  • Ich kann meinem Partner vertrauen, und bin selbst vertrauenswuerdig.
  • Ich kann meinem Parter sagen , was ich will, sexuell und emotional, und wenn mit etwas gefaellt oder nicht gefaellt, und mein Partner kann das ebenfalls. Ich kann mit meinem Partner problemlos ueber Sex reden, und ehrlich und offen sein -auch wenn's ein bischen peinlich ist- und mein Partner tut das selbe.
  • Ich fuehle mich wohl dabei, mit meinem Partner nackt zu sein, mit ihm intim zu sein, und meine Gefuehle zu zeigen; ich kann ehrlich sein mit meinem Partner und fuehle mich wohl in meiner Rolle als Mann/Frau, Junge/Maedchen, Transsexuell/Intersexuell.
  • Mein Partner und ich koennen ehrlich miteinander ueber unsere sexuelle Vergangenheit reden.
  • Ich bemuehe mich um das Wohlergehen meines Partners (psyschisch und emotional), sowohl in Worten als auch in Taten, und mein Partner tut das gleiche fuer mich. Bis jetzt sind jegliche sexuelle Dinge zwischen mir und meinem Partner ausgewogen, es geht immer um uns beide und wir sind beide befriedigt.
  • Ich glaube gut zu verstehen, was Zustimmung zu Sex bedeutet, und auch was nicht Zustimmung ist.

Die Emotionale Seite:

  • Ich folge keinem starken religioesen, kulturellen oder familiaeren Glauben, dass es falsch ist fuer mich und meinen Partner Sex zu haben.
  • Ich kann Verantwortung uebernehmen -und tue das auch- fuer meine eigenen Gefuehle, Erwartungen und Taten. Das gleiche gilt fuer meinen Partner.
  • Ich kann -auch wenn es mir nicht gefaellt- mit Enttaeuschungen, Konfusion und Traurigkeit umgehen. Das gleiche gilt fuer meinen Partner. Ich kann auch mit ueberraschenden positiven Gefuehlen umgehen.
  • Ich habe mindestens ein Familienmitglied mit dem ich offen ueber Sex reden kann, und/oder Freunde die mich unterstuetzen. Das gleiche gilt fuer meinen Partner.
  • Ich kann Liebe und Sex trennen -auch wenn ich die Person liebe, mit der ich Sex haben moechte- und ich will nicht Sex haben umd meinen Partner zu manipulieren, kontrollieren oder zu beinflussen, oder um Liebe “verdienen” oder zu “beweisen”.
  • Ich verstehe, dass Sex meine Beziehung zum Guten oder zum Schlechten aendern kann und ich glaube, dass ich damit umgehen kann. Ich bin auf Ueberraschungen vorbereitet.
  • Ich bin darauf vorbereitet und kann damit umgehen, wenn ueber meine Entscheidung, sexuell aktiv zu sein, geurteilt wird.
  • Ich bin emotional dazu bereit, mit moeglichen Folgen wie Schwangerschaft, sexuell uebertragbaren Krankheiten oder Ablehnung umzugehen.

Die Koerperliche Seite:

  • Ich habe Zugriff zu medizinischer Versorgung, bin auf sexuell uebertragbare Krankheiten getestet, und das gleiche gilt fuer meinen Partner.
  • Ich kenne mit mit meiner eigenen Anatomie und der meines Partners aus, sowie mit Sex, Geschlechtskrankheiten und Fortpflanzung.
  • Ich weiss ziemlich gut, wann ich sexuell erregt bin und wenn ich es nicht bin, weiss, was mich sexuell erregt oder wenn ich einfach nicht in Stimmung bin; ich weiss die gleichen Dinge von meinem Partner, und er von sich selbst.
  • Ich kann mich waehrend sexuellen Aktivitaeten entspannen ohne viel Angst, Nervositaet oder Scham.
  • Ich kann mit ein bischen Schmerzen oder Unbehagen umgehen die eventuell auftreten koennten; ich kann offen Lust und Befriedigung vor meinem Partner ausdruecken.

Die Materielle Seite:

  • Ich habe mehrere Latex Kondome guter Qualitaet die noch nicht das Haltbarkeitsdatum ueberschritten haben, sowie Latex Handschuhe und dental Daemme -je nachdem, was mein Partner und ich brauchen-; mein Partner und ich wissen beide, wie man sie anwendet, und wir sind beide bereit, dies auch ohne Diskussion zu tun um unser Infektionsrisiko zu verringern.
  • Ich habe eine grosse Tube Gleitgel das fuer den Gebrauch mit Kondomen geeignet ist, und das ich nach Bedarf benutzen werde.
  • Wenn ich heterosexuellen Geschlechtsverkehr habe, und mein Partner und ich uns nicht alleine auf Kondome verlassen wollen, benutze ich eine weitere Form der Verhuetung Wenn wir nur Kondome benutzen wollen, wissen wir beide, wie man sie richtig anwendet, und wir werden uns beide immer darum kuemmern, dass sie auch benutzt werden.
  • Ich habe eine Liste mit Telefonnummern von Kliniken und Frauenaerztinnen in meiner Gegend, oder weiss wo ich diese leicht finde.
  • Ich habe eigenes Geld, oder Zugriff auf Geld, dass ich jederzeit benutzen kann fuer Verhuetung, safer sex Zubehoer, jaehrliche Untersuchungen, auch auf Geschlechtskrankheiten, sowie fuer Notfaelle wie zum Beispiel Abtreibung und/oder es gibt nationale, regionale oder staedtische Programme die diese Kosten teilweise oder im Ganzen uebernehmen wuerden.
  • Ich habe eine private oder staatliche Krankenversicherung die fuer eine Schwangerschaft, Neugeborenen Untersuchungen, Frauenarztbesuche, Tests auf Geschlechtskrankheiten und/oder Verhuetung bezahlt, oder ich habe die finanziellen Mittel, das selbst zu bezahlen.

Diese materiellen Dinge sind ideal um Krankheiten, Infektionen oder einer Schwangerschaft vorzubeugen, oder damit umzugehen. Natuerlich gibt es Unterschiede, wie viele Kosten deine Krankenkasse uebernehmen wuerde, wie viel andere Programme bezahlen wuerden, etc. Diese Dinge werden auch von deinem Alter und deinen eigenen finaziellen Mittlen so wie von denen deiner Familie beeinflusst. Es gibt keinen Sex ausser Masturbation -egal, wie lange du und dein Partner euch schon kennt, oder was ihr euch eingeredet habt- der keine Risiken birgt, egal wie vorsichtig ihr seit, und diese Risiken zu reduzieren oder mit ihnen umzugehen kostet oft Geld.

Ein paar Dinge haben wir nicht erwaehnt. Zum Beispiel habe ich nicht gesagt, dass du in der Lage sein solltest, darauf zu bestehen, ein Kondom zu benutzen wenn dein Partner das nicht will - denn wenn dein Partner sich nicht um deine Gesundheit kuemmert, dann ist er nicht jemand, mit dem du ueberhaupt schlafen solltest.. So einfach ist das. Zeig' auch deinem Partner diese Liste, und redet darueber. Hier geht es um euch beide. Es kann gut sein, dass es einen Unterschied fuer euch beide macht, ueber die Realitaet dieser Situation zu reden. Sex ist zu einem grossen Teil intuitiv, und es ist absolut normal von Libido und Hormonen angetrieben zu werden, aber es ist nicht sehr schlau wegen diesen Gefuehlen verantwortliches Verhalten oder die praktischen Aspekte zu ignorieren. Im Gegenteil: wenn all grundlegenden Sachen geklaert sind, kann es viel einfacher sein, spontanen und relativ sorgenfreien Sex zu haben.

Das war jetzt alles ziemlich viel auf einmal. Wie sieht's denn bei dir aus? Welche Punkte konntest du schon abhaken, und was musst du noch mal ueberlegen, besprechen oder besorgen?

Realistisch gesprochen, werden wohl noch nicht einmal die meisten Erwachsenen jeden einzelnen Punkt auf diese Liste abhaken koennen. Aber wir koennen mit Sicherheit sage, dass jeder der wirklich bereit fuer Sex mit einem Partner ist, ziemlich viele Dinge auf dieser Liste erfuellen sollte, ebenso wie der Partner. Wenn dir ein paar Bereiche aufgefallen sind, in denen du noch nicht so weit bist, dann nimm' dir noch ein bischen Zeit, darueber nachzudenken. Mach langsam, und sorge dafuer, dass du auch zu diesen Punkten ja sagen kannst, bevor du sexuell aktiv wirst. Wenn du ein paar Schwaechen in deiner Liste siehst, warum arbeitest du nicht noch ein bischen daran? Und wenn dir Zweifel kommen, ob dein Partner schon soweit ist, er aber davon selbst ueberzeugt ist, dann kannst du diese Liste nutzen um ihm deine Bedenken deutlich zu machen, und ihr koennt gemeinsam ueber alles sprechen.

Es gibt keine Verjaehrungsgesetze was Sex angeht, und Geschlechtsverkehr ist nicht das ein und alles. Du kannst auf jedem Level anfangen, an jedem Punkt in deinem Leben, und deine Meinung darueber, was du tun willst oder nicht, auch immer aendern und zu jeder Zeit entscheiden, was das Beste fur dich und deine(n) Partner ist. Wenn du nicht alle Punkte auf der Liste abhaken kannst, schau dir die Liste noch mal an, und ueberleg' dir, was du fuer dich tun kannst. Es gibt keinen Grund, warum du dich mit dem Sex-haben beeilen solltest, wenn du noch nicht so weit bist: der Sex laeuft dir ja nicht weg. Sei ehrlich mit dir selbst, und vor allem: Tu das, was fuer DICH richtig ist.

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